Usability Lab: Weblogs Kitchen

Ein humorvoller Blick in die Toepfe der Webkoeche - Deckel auf, Dampf rauslassen und... Pfffff leer?

Freitag, Juli 13, 2007

Der Blog hier ist umgezogen

Ich hab mich entschieden, alle Beiträge (Suchmaschinen, Online-Marketing und Usability) auf meiner Website zum Buch zu konzentrieren.
Viele neue Beiträge findet man daher ab sofort
hier: Website-Boosting.de

Gruß,
Mario Fischer

Dienstag, Januar 04, 2005

Poppen im Web?

"Ja ich weiß was Sie jetzt denken..." pflegte unser guter alter Privatdetektiv Thommas Magnum immer laut zu denken, wenn er bewußt augenscheinlich dumme Dinge tat. So geht es mir auch bei der Überschrift dieses Blogs - aber so ein Wortspiel darf man sich doch nicht entgehen lassen - Aufmerksamkeit ist das Geld im Web. Und gute Überschriften erzeugen Aufmerksamkeit - oder? Schließlich lesen Sie hier.

Nun zur Sache mit dem Poppen. "Fast jedes zweite Pop-up wird geblockt" so vermeldet Golem heute. Für die Nicht-Eingeweihten: Pop-up´s sind die kleinen, zusätzlichen Browserfenster, die oft ungefragt aufgehen. Die Werbewirkung dieser Bildschimpest wird ja schon länger bezweifelt. Aber so lange Wertbetreibende wie T-Online & Co. Geld dafür geben, dass wir ungewollt täglich für die "Wieder-schnell-zuklicken"-Weltmeisterschaft trainieren (müssen), wird uns das Zeug wohl erhalten bleiben. Natürlich gab es recht schnell ein Gegenmittel: Sogenannte Pop-up-Blocker im Browser oder in Zusatzprogrammen integriert. Mit viiiiel Konfigurationsmöglichkeiten, welcher Domain man wann welches Pop-up erlaubt oder verbietet....

Logisch, dass die Wenigsten so tief in die Konfiguraitonswirren hinabgestiegen sind - verstehen sie doch häufig noch nicht einmal, über was die zum Teil wirren Menübezeichnungen überhaupt nütze sind. Nur wenige Browser wie z. B. der neue Firefox erklären auch immer gleich, was etwas bedeutet - und zwar genau an der Stelle, wo man die Info auch braucht - und nicht irgendwo auf S. 17ff in der Hilfe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was zu erwarten war ist eingetreten: Man blockiert Pop-ups einfach alle. Was das mit Usability zu tun hat? Eine ganze Menge! Denn nicht wenig Webseiten setzen z. B. für Detailinfos Pop-up-Fenster ein. Oder zum Anmeldeformular des eigenen Newsletters. Oder für die Anfahrtsskizze. Halt immer dann, wenn man irgendeine Zusatzinfo unterbringen wollte, ohne die Navigation zu komliziert zu machen. War auch eine tolerable Idee. Ist sie leider nun nicht mehr. Was für die Bedienung und Übersichtlichkeit einer Website vielleicht einst gut war, haben uns die Werbe-Pop-ups nun genommen. Sie haben die Blockierfunktionen quasi erzwungen und damit die eigentlich gewollten oder erlaubten Pop-ups als Informationsträger instabil gemacht.

Wer also bei seinen Webseiten noch mit Pop-up-Fenstern arbeitet, sollte dies schnellstens überdenken. Bei den meisten Besucher (konkret offenbar derzeit 49%) können diese Fensterchen nicht mehr angezeigt werden. Sie müssen sich das so vorstellen: Da sitzt ein Besucher an Ihrer Website und klickt z. B. auf "Detailinfos zum Produkt". Nix passiert. Er klickt wieder und wieder. Nix passiert. Dass der kleine Pop-up-Blocker-Zähler irgendwo im Browser bei jedem Klick um eins erhöht wird, bekommt er nicht mit. (Nicht weil er doof ist, sondern weil er oft schlicht nicht weiß, was das überhaupt bedeutet!). Irgendwann ärgert er sich. Vielleicht schreibt er Ihnen eine Mail. Aber nur vielleicht und sicher nur sehr, sehr selten. Die nächste aus seiner Sicht (!) funktionierende Webseite liegt dank Google wirklich nur diesen einen Mausklick entfernt...

Fazit: Pop-up-Fenster raus! In einen benutzerfreundlichen Webauftritt haben sie nichts mehr verloren. Und wer mit solchen Pop-ups derzeit noch Geld verdient: Jetzt is eh schon worschd - also einfach weitermachen. Die Zahlen werden zwar sinken, aber das Geld wird nicht stinken ;-)

Es grinst,
Mario Fischer

Montag, Dezember 20, 2004

Weit weg mit dem Handy...

Hau weg das Ding - Deutsche Handy-Weitwurf-Meisterschaft

Bei 65,9 Meter liegt der bisherige Rekord im Handyweitwurf. Leider durften nur vom Veranstalter bereitgestellte Handys geworfen werden. Wer diesen Weblog verfolgt hat, ahnt sicher, warum ich diese Meldung aufgegriffen habe.

Hätte man die teilnehmenden Athleten nämlich die eigenen Handys werfen lassen, wären sicherlich weit über 80 Meter möglich gewesen... Die Kraft für die fehlenden 15 Meter hätte der Versuch gegeben, bei einigen Fabrikaten (neinnein, wir nennen keine Namen...) eine Telefonnummer zu speichern. Alleine die übliche Rückfrage "Ins Adressbuch oder ins Telefonbuch?" gäbe sicher genug Frustschub für einen neuen Weltrekord. Ich gestehe, ich wollte mein letztes Handy ganz profan mit dem Auto überfahren. Warum nicht werfen?

Hmmm - warum eigentlich nicht...

Sonntag, Dezember 05, 2004

Die neueste Version des allerneuesten Flash-Players...?

Izito? Izito.com!
Dahinter verbirgt sich kein heftiger Nieslaut aus Japan, nein - es ist eine weitere "noch-noch" Suchmaschine. Weil es ja noch immer nicht genug davon gibt, kommt alle paar Wochen ein neuer Aspirant an den Start und tritt gegen Google & Co. an.

Diesmal hat man sich allerdings wohl den funktionalen Overkill vorgenommen. 3 Spaltendarstellung, an- und abwählbare Suchfeatures und ein "abgestürztes" Mausrad... Aber das wäre noch nicht genug, um das genaue Gegenteil der Minimalst-Oberfläche von Tante Google antreten zu lassen. Die meisten Besucher werden von einer Active-X-Warnung überrascht und lesen dann:

You don't have the latest version of Macromedia Flash Player.... und: Why not download and install the latest version now?
Nun, ich denke wir wissen why not. Eine Suchmaschine mit Flash? Und dann noch die aller-allerneueste Version. Irgendwie doch die Krönung oder? Wie heißt es doch so schön: Gehen Sie in das Gefängnis. Begeben Sie sich direkt dort hin. Ziehen Sie nicht über Los. Streichen Sie nicht 4.000 Mark ein. Oder sind´s jetzt schon 4.000 Euro ;-)

Und hinterher will es vorher wieder keiner gewußt haben. Ein paar Großeltern sind ihre sauer verdienten Generationen-Ersparnisse los, die sie ihren überambitionierten Tekkie-Enkeln (Das wird der Renner Oma!) guten Glaubens geliehen haben. Und Google hat 0,00012% Nutzer mehr, die in der Neugierigphase fremdgegangen sind. Ob ein Suchmaschinen Monopol nun gut oder schlecht ist sei dahingestellt, aber SO macht man keine Wettberbsfässer auf, liebe Izitos...
Wie beruhigend mögen solche Usability-Monster auf die Googlegründer Brin und Page wohl wirken? Es ist sicher Baldrian auf ihre geschundenen Börsengangsseelen...

Sonntag, November 21, 2004

Hattet Ihr die Webcam on...?

Sorry, mit Usability hat das nix zu tun, vielleicht eher mit "Selber man anschauen, was man da publiziert". Aber ich konnte mir das einfach nicht verkneifen, das hier zu archivieren.

Quelle ist diesmal Spiegel Online, URL ist hier abgelegt und sicherheitshalber mal die Uhrzeit: 18.55 Uhr. Wer weiß, wie lange das da so steht... - wahrscheinlich isses schon wieder weg.

Der besseren Bequemlichkeit wegen hier der betreffende Bildausschnitt von der Spiegelwebseite (klickstDuhier).

Tja liebe Redakteure, kommt das nun davon, weil das CMS automatisiert und unkontrolliert Bildchen einfügt oder war da einfach nur eine Webcam an - und: Ist das wirklich ein Tütchen...?

Es grinst,
Weblogs Kitchen


Samstag, November 20, 2004

Ei tunes mer des net aaan...

Apple hat ja im Wesentlichen recht eingefleischte Fans, die sich von den Produkten durch nichts zurückhalten lassen. So weit so gut. Nun ist der verfruchtete Comupterhersteller aber auch in den MP3-Player-Markt eingestiegen - und mit dem iPod auch recht erfolgreich.

Erst gestern hat eine Usability-Bude in Hamburg (SirValUseConsulting) dem iStore von Apple (dort werden die Songs für itunes online verkauft - iTunes ist das Verwaltungsprogramm für die Musik und zur Steuerung des ipods da) zusammen mit "Musicload" (T-Offline) das Siegerband der Benutzbarkeit verliehen. Wieder so weit so gut.

Aktuell passiert beim Start von iTunes folgendes: Ein dezenter Hinweis erscheint, dass es eine neue Version gibt. Auch wieder so weit so gut. Nachdem die alte Version wohl nicht in allen Benutzer-Kategorien als Hochglanzprospekt-Usability-Ausbund gesehen werden kann... Vielleicht werden ja mit der neuen Version einige Verbesserungen...? Hmm, eigentlich wär es schon immer schön, bei Updates eine Info zu bekommen wie "Neue Funktionen x und y" oder "Stabiler" (Näää, nicht wirklich, dann wären die Supportmails mit "Wir können den Fehler nicht nachvollziehen, installieren Sie Windows am besten neu.." ja entlarvt) oder "jetzt mit yz-Integration" - was auch immer. Also Augen zu und installieren, wird schon klappen.

Reingfefallen! Nach der Installation und dem Neustart mault iTunes, dass die CD-Rom-Treiber mittlerweile von einem anderen Programm gemopst worden wären und die Im- und Exportfunktion daher nimmermehr gehen täten. Dies bedeutet wohlgemerkt: Man kann keine neuen CDs mehr in den iPod einlesen. Oops, hatten wir ihn nicht deswegen gekauft? Schwamm drüber. Wir installieren die mitgelieferte Original-CD wieder. Mit der gings ja. Reingfefallen! iTunes: Näää, da ist schon eine neuere Version drauf - geht nicht mehr - Ätschi. Schwamm drüber. Rechner rauf- und runterfahren. Näää, geht nicht mehr. Laut höre ich hinter mir Rudi Carell rufen: "Das haben Sie nicht gewonnen: Ab jetzt neue Musik von eigenen CDs aufspielen - Pech - Toll! Sie ware meine beste Kandidate!"

Eine Mail an Apple schreiben? Was für eine schwachsinnige Idee - wie in vielen Apple-iPod-Foren angemerkt wird. Deswegen gibts ja auch so viele Foren dazu... Äpfeln mit Birnen helfen, murmel ich bei mir, als ich einen Tipp in einem Forum finde. iTunes komplett desinstallieren, komplett neu aufspielen, alles wieder einstellen... und siehe da: Die Tränen trocknen wieder. Hätte ich auch selber drauf kommen können.

Nur so am Rande - und weil´s auch was mit Usability zu tun hat: Spielen Sie ja keine Hörbücher auf den iPod - auch wenn die 40GB das geradezu herausfordern. Das fiese weiße Teil "erkennt" nur im iStore gekaufte Hörbücher (Angebot zumeist in engl.). Ihre eigenen wandelt er in MP3 um und auch ein Einsortieren in die Kategorie "Hörbücher" ist zwecklos - es bleiben für das Musikzwergenmonster einfach "Lieder". Wo der Schaden ist? Na dann benutzen Sie doch mal die überall und über alles gepriesene Zufallsfunktion über 10.000 Lieder Ihrer Wahl. Nach Abba, Zappa und Queen hören Sie plötzlich Dieter Nuhr. Und er erzählt über die technischen Unzulänglichkeiten der Handschrifterkennung von Organizern. Wie passend... Also Ihr Leute von Apple: Wenn das ABSICHT war, war es G E N I A L ! Aber nicht so, wie Ihr denkt...

OK, kann mir schon vorstellen, wie das passiert ist. Die Entwickler haben halt nur ihre zwei Lieblingsbands ausprobiert und von Sprache halten sie wahrscheinlich nix. Es kann eigentlich keinen anderen Grund geben, dass das in der 4. Generation iPod (ja, es ist wirklich schon die 4. Generation) noch immer keiner bei Apple gemerkt hat. Schwamm drüber. Wie beim Joghort, wenn er zu lange in der Sonne steht.